Biebrich packt die Punkte in's Gepäck

(jo) Nach einer starken ersten Hälfte beider Mannschaften kamen die Gäste aus Biebrich mit dem gewissen Quentchen mehr aus der Kabine und gingen mit den Treffern aus der 48. Minute durch Sebastian Bauschke und Volkan Zer (53.) mit 0:2 in Führung.
Philipp  Willershausen erzielte nach schöner Vorarbeit von Steffen Rechner den Anschlusstreffer zum 1:2 (56.) bevor Christian Kunert die Treffer zum 1:3 und 1:4 (59./ 62.) erzielte. 
Sebastian Bauschke erhöhte in der 65. Spielminute auf 1:5 bevor erneut Biebrichs Christian Kunert zum Endstand von 1:6 einlochen konnte.

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Biebrich nimmt Schröck auseinander

Fußball, Verbandsliga Mitte: 
Kubonik-Elf kommt 1:6 unter die Räder · Roman Herdt sieht Rote Karte

Die größte Niederlage musste der FSV Schröck nach Spielende hinnehmen.

von Tobias Kunz
Schröck. Die 6:1 (0:0)-Niederlage war schon lange klar, als Roman Herdt sich unmittelbar nach dem Abpfiff zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Nach einer Rangelei mit Biebrichs Denis Oriana trat Herdt zu – Schiedsrichter Chritoph Rübe blieb nichts anderes übrig, als die Rote Karte zu zeigen, wenngleich er einen vorherigen Schlag von Oriana übersah und diesen unbestraft davonkommen ließ. „Man sieht, dass einigen vielleicht noch die Nerven und die Erfahrung fehlen“, sagte Trainer Markus Kubonik.
Dabei kann die Aktion nicht sinnbildlich für das Auftreten des FSV genommen werden, der trotz der Chancenlosigkeit in der zweiten Halbzeit das Spiel noch vernünftig zu Ende spielte. „Es ist wichtig, dass die Spieler diese Niederlage verkraften“, sagte Kubonik: „Wir dürfen uns jetzt nicht hängen lassen.“
Doch wie war es überhaupt soweit gekommen? In der ersten Halbzeit noch hatte der FSV mehr vom Spiel, zeigte sich trotz des frühen verletzungsbedingten Ausscheidens von Innenverteidiger David Klein selbstbewusst und spielsicher.
Nach der Pause aber kippte das Spiel vollkommen zu Gunsten der Gäste. Biebrich kam mit breiter Brust aus der Kabine, presste früh und zwang so die Gastgeber immer wieder zu Fehlern im Aufbauspiel. Mit fünf Treffern innerhalb von nicht einmal zwanzig Minuten machte der FV schnell alles klar. Der Heimmannschaft blieb nur der Ehrentreffer durch Phillip Willershausen.
In der 48. Minute gingen die Gäste durch einen sehenswerten Spielzug über Kapitän Bastian Pilger und Volkan Zer durch Sebastian Bauschke in Führung. Sechs Minuten später traf Orkun Zer nach einer Ecke auf den kurzen Pfosten zum 2:0. Trotz des Doppelschlags zeigte der FSV Moral. Der aufgerückte Innenverteidiger Steffen Rechner brachte den Ball von rechts scharf in den Strafraum, wo Willershausen am zweiten Pfosten goldrichtig stand und traf (57.).
Biebrich hingegen fand wieder die richtige Antwort und traf binnen fünf Minuten gleich zweimal. Zunächst verwehrtete Christian Kunert einen Fehlpass von Malte Brass (60.), dann netzte der rechte Mittelfeldspieler nach einem herrlichen Pass von Volkan Zer erneut (62.).
Doch auch nach dem 1:4 steckte der FSV nicht auf. So traf Matthias Pape aus 16 Metern nur die Latte (64.). Zwei Minuten später erzwang Schröck gar fast ein Eigentor durch Pilger. Doch gerade als die Gastgeber wieder langsam ins Spiel hinein fanden, schlug Biebrich zum fünften Mal zu. Nach einem schön herausgespielten Konter erzielte Bauschke seinen zweiten Treffer (67.). Den Schlusspunkt setzte Kunert mit seinem dritten Tor in der 88. Minute.
„Leichtsinnige Fehler werden nun einmal direkt bestraft“, bilanzierte Kubonik nach dem Spiel sachlich. „Das reicht dann nicht aus.“
Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich dem FSV bereits am Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Wetzlar. Dann wollen sich die Schröcker anders präsentieren. Die Aktion von Roman Herdt jedenfalls passe „nicht in das Bild vom Spiel“, sagte Coach Kubonik.

Von Rainer Maaß

Fußball-Verbandsligist FSV Schröck bleibt ein beliebter Gastgeber. Der Neuling unterlag auf eigenem Gelände dem FV Biebrich mit 1:6 (0:0). Der FSV gewann damit nur eine von fünf Heimpartien.

 

¨Mit drei Punkten wären wir wieder am Tabellenmittelfeld dran¨, wusste FSV-Coach Markus Kubonik um die Bedeutung der Partie. Die Gastgeber legten los, als hätte es die sieglosen sechs Pflichtspiele in Folge zuvor nicht gegeben. Trotz eines klaren Vorteils an Spielanteilen und Zweikampfgewinnen gelang es den Schröckern bis zum Halbzeitpfiff nicht, wirkliche Torchancen zu verzeichnen. Biebrich tat sich schwer mit den laufstarken Schröckern und kam nur durch Orkun Zer, der knapp am langen Pfosten vorbei zielte, zu einer guten Möglichkeit (36.). Was nach der Pause über die Hausherren hereibrechen sollte hatte wohl niemand der 170 Zuschauer auf der Rechnung. ¨Wir standen hinten vor der Pause absolut aufmerksam und verloren dann für eine relativ kurze Zeit die Ordnung und das Spiel¨, erkannte Kubonik. Gemeint war die Phase, als sich beim FSV im Abwehrzentrum und auf beiden Außenbahnen plötzlich ein Fehler an den anderen reihte. Binnen ganzen 17 Minuten lagen die Gäste schließlich durch Treffer von Sebastian Bauschke (48./65.), Christian Kunert (59./62.) und Orkun Zer (52.) mit sage und schreibe 5:1 in Front. Freilich viel zu hoch. Dass Philipp Willershausen zwischenzeitlich auf 1:2 für den FSV verkürzt hatte (56.) und danach noch die Querlatte traf (58.) spielte angesichts des Zwischenspurts der bis dato so auswärtsschwachen Landeshauptstädrer schon fast keine Rolle mehr. Auch dass Schröck weiterhin Moral bewies und dagegen hielt, kann allenfalls noch als Charakterstärke gewertet werden. Tatsächlich hält Kuboniks Mannschaft in diesen Tagen in vielen Spielphasen mit, bringt sich aber durch eine Mischung aus Unerfahrenheit und groben individuellen Aussetzern immer wieder um den möglichen Ertrag. So auch drei Minuten vor dem Abpfiff, als Christian Kunert locker das 6:1 für seine Farben besorgte. ¨In Verbindung mit unserem Verletzungspech wiegt das dann doppelt schwer, aber wir geben nicht auf¨, versprach Kubonik. Mindestens so ärgerlich wie das Ergebnis war für die Schröcker die rote Karte, die sich Roman Herdt nach dem Schlusspfiff wegen einer Tätlichkeit einhandelte.

 

Schröck: Eidam - Brass, Rechner, Klein (26. Wolf), Greb - Schäfer, Kocak - Yazawa, Herdt, Willershausen - Pape (70. Kraus) 

Biebrich: Tekin - Asil (68. Oriana), Khayyer, Christ, Pilger - Bauschke, Meixner (76. Nakos) - Rivera, Kunert - Orkun Zer, Volkan Zer (79. Grimm)

Schiedsrichter: Rübe (Kassel) - Zuschauer: 170 - Tore: 0:1 Bauschke (48.), 0:2 Orkun Zer (52.), 1:2 Willershausen (56.), 1:3 Kunert (59.), 1:4 Kunert (62.), 1:5 Bauschke (65.), 1:6 Kunert (87.) - Gelbe Karten: Greb, Kraus (Schröck) - Khayyer (Biebrich) - Rote Karte: Herdt (nach Abpfiff, Schröck, wegen Tätlichkeit)